Ankommens-Gymnastik: Sorgen abschütteln

Warum? #

Sorgen abschütteln und Ballast abwerfen tut allen gut und hilft, gemeinsam in den Tag oder in die gemeinsame Aufgabe zu starten. Die Kinder erspüren sich in ihrer Körperlichkeit: Sie kommen in Bewegung, können dabei die Bewegungen mit sorgenvollen Gedanken verknüpfen, die Sorgen dadurch „abschütteln“ und finden schließlich im Laufe der Übungen zur inneren Ruhe.

Wann genau? #

Diese gymnastischen Übungen lassen sich gut mit anderen Anregungen aus dem Modul verbinden; so können die Kinder beispielsweise zunächst „Sonne tanken“, dann ihre „Sorgen abschütteln“ und schließlich eine „Ohrenmassage“ durchzuführen. Sie eignen sich gut als Einstiegsritual in den gemeinsamen Tag, lassen sich aber auch gut am Anfang einer Schulstunde, nach einer großen Hofpause oder auch immer dann, wenn im Unterricht die Konzentration nachlässt, durchführen.

Wie? #

Hier gilt es zu beachten, wann und wo diese Übungen durchgeführt werden. Sollten sie mit dem Ritual „Sonnen tanken“ verknüpft werden, empfi ehlt es sich, die Übungen im Freien durchzuführen, am besten mit Blick zur Sonne oder im großen Kreis. Als Lockerungs-Übungen vor oder während des Unterrichts stellen sich die Kinder hinter ihren Sitzplatz und haben dort genügend Raum, die Bewegungen durchzuführen. Alle stehen hüftbreit mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Zunächst können Sie sich mit den Kindern gemeinsam überlegen: Wo sitzen denn die Sorgen? Sitzen sie vielleicht im Kopf? Vielleicht stecken sie im Nacken fest oder liegen wie eine schwere Last auf den Schultern? Dafür werden zunächst die Schultern gekreist, z.B. dreimal in die eine und dreimal in die andere Richtung und anschließend der Nacken gedehnt, in dem der Kopf langsam nach vorne gebeugt wird und dann dreimal nach rechts und links gerollt wird. Anschließend sind die Arme dran. Dazu lässt man sie in großen Bögen kreisen, erst den einen Arm in die eine Richtung, dann in die andere Richtung, nun ist der andere Arm mit dem gleichen Bewegungsablauf dran und schließlich beide. Aber vielleicht sitzen die Sorgen noch viel tiefer und wir müssen noch viel mehr Körperteile in Bewegung bringen? Dann wird zunächst einmal der ganze Oberkörper mit viel Schwung hin und her gedreht, dabei schwingen die Arme mit, wie bei einer „Schlenkerpuppe“, und schließlich werden die Beine ausgeschüttelt. Erst das eine Bein und dann das andere Bein. Und da Sorgen sehr hartnäckig sein können, werden sie schließlich noch ausgeklopft. Dazu mit flachen Händen den ganzen Körper rauf und runter abklopfen. Natürlich lassen sich diese Übungen variieren. Sie können auch andere Übungen einbauen, die Nacken, Schulter und Rückenmuskulatur stärken und Verspannung lösen, und je nach Situation, kann es länger dauern „Sorgen abzuschütteln“ oder auch mal rascher gehen. Sind die Übungen erst einmal als Ritual eingeführt, können sie auch von einem Kind angeleitet werden, zum Beispiel von einem, das gerade ganz besonders von Sorgen gedrückt und gezwickt wird.

Für wen? #

Für Kinder in Kindergarten und Grundschule

Konzeption und Text: Maria Bonifer, Juliane Spatz

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